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Methoden für ein Monitoring von Leistungsverschiebungen zwischen dem intra- und extramuralen Bereich


linkDownload Bericht "Methoden für ein Monitoring von Leistungsverschiebungen zwischen dem intra- und extramuralen Bereich" (3.7 MB)


Hintergrund

Die partnerschaftliche „Zielsteuerung Gesundheit“ zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung sieht vor, dass sowohl für vereinbarte als auch für einseitige, nicht zwischen Land und Sozialversicherung akkordierte Leistungsverschiebungen mit finanziell belastenden Folgen auf den jeweils anderen Bereich finanzielle Folgen zu definieren sind. Besonders relevant wird dies werden, wenn auf regionaler Ebene „Best Points of Service“ mittels Versorgungsaufträgen definiert werden und es in der Folge zu sektorenübergreifenden Leistungsverlagerungen kommt. Vor diesem Hintergrund erlangen die Identifikation und die Quantifizierung von Leistungsverlagerungen eine bedeutende Rolle.  Ab dem Berichtsjahr 2014 sind sowohl im extramuralen als auch im spitalsambulanten Bereich Leistungen bundesweit einheitlich auf Basis des Leistungskatalogs des BMASGK (ehemals BMG) zu dokumentieren und dem Ministerium zu melden. Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Monitoring von potentiellen Leistungsverschiebungenunter Berücksichtigung des extramuralen, spitalsambulanten und stationären Bereichs auf Basis der nun vergleichbaren Datengrundlage über den ambulanten Bereich (einheitlicher Leistungskatalog) und unter Berücksichtigung weiterer Datenquellen (stationäre Daten, Wahlarztdaten) entwickelt.

Methode

Auf Basis der Kontakte im extramuralen und spitalsambulanten Bereich wurden Kennzahlen zur Identifikation von potentiellen Leistungsverschiebungen auf den Maßstabsebenen „Versorgungsregion“ und „Bundesland“ entwickelt.

  • „Veränderung des Anteils der extramuralen Kontakte“: Diese Kennzahl misst, wie sich der Anteil der extramuralen Kontakte an den gesamten ambulanten Kontakten zwischen zwei Zeitpunkten verändert. 
  • „Indexdifferenz extramural – spitalsambulant“: Zur Ermittlung der Kennzahl wird zunächst die Entwicklung der Kontakte indexiert dargestellt. In einem zweiten Schritt wird die Differenz des Indexes für den extramuralen und des Indexes für den spitalsambulanten Bereich gebildet.


Die Kombination dieser beiden Kennzahlen ermöglicht es, in dem Datensatz potentielle Leistungsverschiebungen zu identifizieren. Hierfür wurden solche Fälle herangezogen, wo sich der Anteil der extramuralen Kontakte im Zeitverlauf um mindestens 5 % veränderte und je nach Fallgruppe die Indexdifferenz mindestens 10 Punkte betrug.

Ergebnisse

Nachdem es auf der Versorgungsregionsebene insgesamt mehr potentielle Leistungsverschiebungen in Richtung des spitalsambulanten Bereichs gefunden werden konnten, findet sich auf Bundeslandebene das umgekehrte Bild. Mit 21 potentiellen Leistungsverschiebungen in Richtung des extramuralen Bereichs gab es hier deutlich mehr Leistungsverschiebungen als zu Gunsten des spitalsambulanten Bereichs. Nachdem durch die Aggregation der 32 Versorgungsregionen zu den neun Bundesländern ein neuer Datensatz entsteht und die regionalen Wechselwirkungen auf einer anderen Maßstabsebene analysiert werden, stehen die beiden Ergebnisse in keinem Widerspruch zueinander. Im Bericht finden sich noch weitere Auswertungen nach Fachgebieten und klassifiziert nach Veränderung des Anteils der extramuralen Kontakte. Zum Teil finden sich in den Daten Hinweise darauf, dass es die Datenqualität des ersten Jahres, in dem ambulant einheitlich dokumentiert wurde, noch verbesserungswürdig war. In Zukunft sollte somit ein späteres Basisjahr für das Monitoring herangezogen werden.