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Versorgungsdichte und -wirksamkeit in den Bereichen Computertomographie und Magnetresonanztomographie



linkDownload Bericht "Versorgungsdichte und -wirksamkeit in den Bereichen Computertomographie und Magnetresonanztomographie" (2.0 MB)


Hintergrund

Bildgebende Verfahren nehmen einen hohen Stellenwert in der Diagnostik und Behandlung ein und sind dadurch unerlässlich in der Gesundheitsversorgung. Obwohl Österreich im internationalen Vergleich eine überdurchschnittliche Versorgungsdichte an CT- als auch MR-Geräten aufweist, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Versorgungssituation optimal ist. Somit ist das Ziel dieses Berichts die Analyse der Versorgungsdichte sowie -wirksamkeit durch eine Darstellung der Versorgungsstruktur und -situation.

Methode

Als Datenbasis der Ist-Analyse dienten mehrere Quellen wie die ambulante Datenmeldung (extramuraler sowie spitalsambulanter Bereich) und die Krankenanstalten-Kostenrechnung (stationärer Bereich). Aus den Datenbanken wurden spezifizierte Abfragen für die Bereiche CT und MR getätigt. Daten über Frequenzen in nicht-landesgesundheitsfondsfinanzierten Krankenanstalten wurden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz bereitgestellt. Für die Ermittlung der Anzahl der Großgeräte wurden der Österreichische Strukturplan Gesundheit sowie das Monitoring der „Medizinisch-technischen Großgeräte“ und der Großgeräteplan (GGP)[1] für die Jahre 2014-2016 herangezogen. Die Versorgungsdichte, -situation sowie -wirksamkeit wurden anhand von Kennzahlen (Großgeräteanzahl, Kontaktanzahl, Kapazitätsdichte, Inanspruchnahme, Auslastung) nach Regionen und Versorgungsbereichen dargestellt.

Ergebnisse

Im Jahr 2016 waren österreichweit 254 CT- und 196 MR-Geräte aufgestellt. Während sich die CT-Geräte zu 62% auf den intramuralen Bereich und zu 38% auf den extramuralen Bereich verteilten, war die Verteilung der MR-Geräte zwischen extramuralen und intramuralen Bereichen ausgeglichen. Im Schnitt entfielen 2016 österreichweit 2,92 CT-Geräte auf 100.000 EinwohnerInnen. Im MR-Bereich wurden im Schnitt 2,25 Geräte pro 100.000 EinwohnerInnen ausgewiesen. Aus dem zeitlichen Verlauf lässt sich erkennen, dass die Anzahl der aufgestellten MR-Geräte zwischen 2014 und 2016 stieg, während sich im CT-Bereich ein ähnliches Bild für dieselbe Periode zeigt.

Im Jahr 2016 erfolgten österreichweit rund 260.000 CT- und 568.000 MR-Kontakte[2] im extramuralen Bereich,  ca. 469.000 CT- und 247.000 MR-Frequenzenb im spitalsambulanten Bereich und 720.000 CT- und 241.000 MR-Frequenzen im stationären Bereich. Die stationären CT-Frequenzen machten in den meisten Bundesländern den höchsten Anteil an CT-Gesamtfrequenzen aus. Im Gegensatz zur CT-Versorgung, spielte der extramurale Bereich in der MR-Versorgung in den meisten Bundesländern die größere Rolle. Die zeitliche Entwicklung zeigt keine Änderungen hinsichtlich Anzahl der Kontakte bzw. Frequenzen in der Periode 2014-2016 für die extramuralen und intramuralen CT-Bereiche, während eine leicht steigende Tendenz der extramuralen Kontakte im MR-Bereich ersichtlich war. Die Anzahl der spitalsambulanten sowie stationären MR-Frequenzen änderten sich nicht maßgeblich über die Jahre.

Im Jahr 2016 wurden die CT-Geräte im intramuralen (spitalsambulant sowie stationär) Bereich im Schnitt mehr als doppelt so hoch ausgelastet wie die Geräte im extramuralen Bereich, während die MR-Geräte im extramuralen Bereich eine um 50% höhere Auslastung als die intramuralen Geräte aufwiesen.

Aus der Patientenstromanalyse für den extramuralen Bereich lässt sich erkennen, dass in sieben Bundesländern über 90% der CT- und MR-Kontakte auf die heimischen PatientInnen des Bundeslands entfielen.

Am häufigsten wurden die MEL-Codes „CT- Kopf und Hals“, „CT - Abdomen und Becken“ und „CT – Thorax“ im CT-Bereich und „MR - Kopf und Hals“, „MR – untere Extremität“ und „MR der Wirbelsäule“ im MR-Bereich abgerechnet.



[1] Der bundesweite Großgeräteplan enthält die Festlegungen der von der Planung zu erfassenden, der öffentlichen Versorgung dienenden medizinisch-technischen Großgeräte inklusive österreichweiter Planungsgrundlagen, Planungsrichtwerte (insbesondere auch hinsichtlich der von diesen Großgeräten zu erbringenden Leistungen bzw. deren Leistungsspektrum sowie deren Verfügbarkeit) und Qualitätskriterien und Festlegung der bundesweit sowie je Bundesland jeweils erforderlichen Anzahl der Großgeräte (Bandbreiten). (Quelle: ÖSG 2017, S. 23. Tabelle Punkt 10.)

[2]  Die Inanspruchnahme wird im Bericht im extramuralen Bereich durch die Kennzahl Kontakte und im intramuralen Bereich durch die KORE-Kennzahl Frequenzen gemessen. Obwohl diese Kennzahlen (Kontakte und Frequenzen) nicht exakt gleich definiert sind, erscheint die Gegenüberstellung in den CT- und MR-Bereichen möglich, da in den meisten Fällen extramurale PatientInnen nur eine CT-/ MR-Untersuchung pro Tag je Vertragspartner und Fachgebiet in Anspruch nehmen werden und auch intramural an PatientInnen wahrscheinlich selten mehr als eine CT-/MR-Untersuchung an einem Tag vorgenommen wird.